Nachgedacht

Eine kleine gedankliche Einleitung …

Diese Seite geht auf offene Fragen ein und regt zum weiterführenden Nachdenken an. Nicht, dass schon alles gesagt wäre, nicht das schon alles beant wortet wäre …

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Ortsgemeinde in Korinth, dass es einen Unterschied zwischen dem Vorläufigem und dem Vollkommenen gibt:

1. Korinther 13,9 Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; 10 wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan. 11 Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. 12 Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.

Es versteht sich von selbst, dass das Denken und Erkennen des Menschen begrenzt bleibt – trotz aller, sogar riesengroßen Fortschritte in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Mit allen Erkenntnissen gehen die Auffassungen und offenbar auch eigens interpretierten Wahrheiten durchaus auseinander – eine Tatsache, die sich nicht immer leicht verstehen lässt.

Umso wichtiger ist es, dass man sich bei aller Wahrheitsfindung mit Respekt und Liebe begegnet.

Hinzu kommt ein weiterer, wichtiger Aspekt, der alles auf den Prüfstand stellt:  Wahrheiten und Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Bibel lassen sich nicht einfach von außen untersuchen und interpretieren. Zu einer Lösung oder weiterführenden Erkenntnis kommt man nur dadurch, dass man sich dem Wort Gottes, d.h. der biblischen Wahrheit öffnet und willens wird, mit Gott zu reden und um Erkenntnis zu bitten. Dies ist keine unwissenschaftliche Herangehensweise, im Gegenteil, es ist eine andere Ebene des Forschens und anerkennt sehr wohl, was Wissenschaft herausgefunden hat und wie dies in Relation zu den Aussagen der Bibel zu setzen ist.

Auch hier sei deshalb auf die Aussagen des Apostel Paulus‘ verwiesen:

1. Korinther 2,13 und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. 14 Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

… und hier geht es zu den Fragen und Gedankenanregungen.

Hinweis: Fragen können jederzeit per Email an kontakt@adventgemeinde-dresden.de gesendet werden.

Warum Gottesdienst am Samstag?

Der Haupt-Gottesdienst findet weltweit in allen Adventgemeinden immer am Samstag statt. Dies mag manch einen verwundern, da fast alle christlichen Kirchen den Sonntag als Ruhetag halten und demzufolge damit auch ihren Gottesdienst auf diesen Tag legen.

Wenn wir in der Bibel nach der Bedeutung des Ruhetages suchen, so finden wir recht klare Aussagen im Schöpfungsbericht und in den zehn Geboten. Jesus Christus selbst hat diesen Tag während seines Erdenlebens bestätigt und wir wissen von den Aposteln, dass auch sie diesen Tag heiliggehalten haben.

Nun müssen wir andererseits auch berücksichtigen, dass zur Zeit Moses und des Volkes Israel ein anderer Kalender bestimmend war, der sogenannte Lunar-Solar-Kalender. Bei diesem Kalender beginnt jeder neue Monat mit dem Neumond, der bei der Wochenzählung nicht berücksichtigt wird. In den sich an den Neumond anschließenden Wochen wandert der Sabbat somit als siebter Wochentag über die Zeit durch die Tage des heutigen, in den meisten Teilen der Welt geltenden  gregorianischen, auch bürgerlich genannten Kalender. Würden wir den Sabbat nach dem Lunar-Solar-Kalender halten, würde der Sabbat bspw. in einem Monat auf den Montag, dem darauffolgenden auf den Dienstag, usw. fallen, bis er am Samstag angekommen ist und sich dieser Zyklus im neuen Jahr wiederholt.

Unter dem heute gültigen Kalender ist es sicherlich sehr schwierig, wenn auch nicht unmöglich, dem Sabbathalten nach dem Lunar-Solar-Kalender zu folgen. Auch als Adventgemeinde richten wir unsere Gottesdienste nach dem aktuellen Kalender aus. Und manch einer mag daher einwenden, dass es keine Rolle spielt, wann Ruhetag und damit auch Gottesdienst gehalten wird. In diesem Zusammenhang wird auch gerne darauf verwiesen, dass mit dem oftmals falsch verstandenen Aufheben der Gültigkeit der Gebote im neuen Bund, der nach Christi Erdenleben begonnen hat, die ersten Christen den Sonntag als ersten Tag der Woche und Tag der Auferstehung für das Halten ihrer Gottesdienste und damit als Ruhetag eingeführt hätten. Es ist zweifellos richtig, dass die sogenannten Urchristen zusätzlich zu dem Gottesdienst am Sabbat auch dem Tag der Auferstehung besondere Bedeutung beigemessen haben und deshalb diesen Tag ebenfalls als einen heiligen Tag betrachtet haben. Letztendlich ist jedoch die Festsetzung des Sonntages als Ruhetag durch Kaiser Konstantin als Vertreter einer staatlichen Gewalt zuzuordnen und dies wurde durch die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag so gehalten.

Es gibt zu diesem Thema ausreichend Literatur, in die man sich vertiefen kann und die vielfältige Begründungen sowohl aus der einen als auch aus der anderen Sichtweise liefert. Einige Buchhinweise finden sich deshalb im Anhang.

Letztendlich möchten wir als Adventgemeinde uns jedoch an den Tag halten, der im Zusammenhang mit der Schöpfung eingesetzt wurde, und dies ist nun einmal der Sabbat. Weil es unter den Christen des 19. Jahrhunderts diese Neu- bzw. Wiederentdeckung des Sabbats gegeben und diese einen fundamentalen Einfluss auch auf das Glaubensverständnis der Christen jener Zeit gehabt hat, ist dieser Tag sogar im Namen der Kirchgemeinde als „Siebenten-Tags-Adventisten“ verankert worden. Das In-Ehren-Halten des Sabbats als Ruhetag ist damit in der heutigen Zeit ein klares und eindeutiges Bekenntnis zum Gott der Schöpfung, dem Gott, der allein durch sein Wort alles geschaffen hat und demzufolge auch eine klare Absage an die menschliche Theorie der Evolution.